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Es ist sowieso schon eine aussergewöhnliche Situation, verbunden mit psychischem Stress, wenn die Menschen sich gezwungen sehen, einen Notruf abzusetzen, weil es einem anderen Meschen, sei es ein Verwandter, ein Freund oder auch nur ein Fremder, wegen einer akuten Erkrankung sehr schlecht geht.
Nun kann es zusätzlich noch zu Verwunderung bei den Hilfesuchenden kommen, wenn statt des erwarteten Rettungsdienstes auf einmal die Feuerwehr vor der Tür steht, getreu dem Motto: "Aber es brennt doch gar nicht bei uns!". In so einem Fall handelt es sich dann um speziell auf dem medizinischen Sektor ausgebildete Kameraden, die bis zum eintreffen des hauptamtlichen Rettungsdienstes die Versorgung des Patienten übernehmen. Sie sind quasi die "Erste Antwort" auf das Hilfeersuchen. Daher auch der Name "First Responder", denn dieses Prinzip stammt - wie so vieles - aus dem amerikanischen Raum.
Es gibt zwei Hauptgründe dafür, warum sich gerade in ländlichen Bereichen immer mehr solcher "First Responder" Einheiten bilden:


1. Die sogenannte "Hilfsfrist". Dies ist der gesetzlich vorgeschriebene Zeitraum, der maximal nach eingang eines Notrufs bei der Rettungsleitstelle vergehen darf, bis qualifizierte Hilfe in Form eines Rettungswagens oder Notarzteinsatzfahrzeuges am Notfallort eingetroffen ist. Sie beträgt in Bayern zur Zeit 10 Minuten. Wobei First-Responder-Gruppen nicht zur Einhaltung der Hilfsfrist alarmiert werden, sondern um so schnell wie möglich Erste-Hilfe zu leisten.

2. Der Kostendruck im Gesundheitswesen, der leider dazu führt, dass immer grössere Bereiche von einzelnen Rettungswagen abgedeckt werden müssen.
Daher werden die Standorte für die Rettungswagen nach meistens langer Planung immer mehr so ausgewählt, dass die Bereiche, in denen zwei benachbarte Rettungswagen gleichschnell vor Ort wären, immer kleiner werden. Sie stehen also immer weiter auseinander.
Das kann dazu führen, dass bei mehreren gleichzeitig in einem Bereich auftretenden Notfällen der hauptamtliche Rettungsdienst sich nicht in der Lage sieht, innerhalb der vorgeschriebenen 10 Minuten am Notfallort einzutreffen. In so einer Situation wird dann auf die "Reserve", also die First Responder, zugegriffen, um den Patienten trotzdem schnellstmögliche Hilfe zukommen zu lassen.

Warum Feuerwehren?
Um von vornherein Mißverständnisse zu vermeiden: selbstverständlich übernehmen nicht ausschließlich die Feuerwehren den First Responder Dienst. Nahezu jede grössere Hilfsorganisation hat irgendwo solche Einheiten.
Diese Organisationen sind eigentlich auch erste Wahl, wenn es darum geht, First Responder aufzustellen, da ihre klassische Aufgabe ja gerade die medizinische Menschenrettung ist (außer DLRG). Von da her verfügen sie natürlich über viel qualifiziertes Personal - also Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und oft auch Notärzte - und ebenso halten sie entsprechende Fahrzeuge - also Rettungswagen - vor. Der entscheidende Nachteil ist, dass diese Infrastruktur eben nicht Flächendeckend verteilt, sondern meistens in grösseren Städten gebündelt vorhanden ist.
Und da kommen dann wieder die Feuerwehren ins Spiel: Feuerwehren gibt es überall. Nahezu jedes Dorf verfügt über zumindest ein Fahrzeug und entsprechend über Personal, ebenso sind die teuren Funkmeldeempfänger zur Alarmierung schon vielerorts anzutreffen. Wenn man jetzt noch interessierte Kameraden findet, die den First Responder Dienst übernehmen, vielfach sind das sogar im Rettungsdienst Tätige, kann man ohne grössere finanzielle Anstrengungen solche Gruppen ins Leben rufen.